Warum minderwertiges Silikon für Kinder gefährlich sein kann – und worauf man beim Kauf einer Form achten sollte
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Stellen Sie sich vor: Sie möchten für Ihr Kind hausgemachte Gummibärchen ohne Farbstoffe, gesunde Eis am Stiel oder nette Pralinen zubereiten. Sie finden eine schöne Form für ein paar Euro, bestellen sie und freuen sich darauf, gemeinsam etwas zu kreieren. Doch nur wenige sagen Ihnen, dass gerade diese Silikonform für Kinder das Einzige im ganzen Rezept sein kann, das nicht sicher ist.
Als Mutter achten Sie auf die Qualität von Obst, vermeiden Zucker, lesen die Zutatenliste von Lebensmitteln. Aber was ist mit dem Material, das mit dem Essen in Kontakt kommt? Günstige Silikonformen sehen oft genauso aus wie hochwertige. Der Unterschied ist jedoch nicht auf den ersten Blick sichtbar – er liegt im Material, in den Tests und Zertifikaten.
Und genau hier liegt das Problem. Denn nicht jede als „Silikonform“ gekennzeichnete Form ist wirklich sicher für Kinder.

Was ist lebensmittelechtes Silikon und warum ist es wichtig?
Nicht jedes Silikon ist gleich. Das ist eine Grundregel, die viele Eltern nicht bewusst ist.
Lebensmittelechtes Silikon ist ein spezieller Silikontyp, der für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt ist. Es muss strenge Anforderungen an die Sicherheit der Materialien erfüllen, die bei der Lebensmittelzubereitung verwendet werden. Bei einer hochwertigen Form ist vor allem wichtig, ob beim Erhitzen, Einfrieren oder längerem Kontakt mit Lebensmitteln keine unerwünschten Stoffe freigesetzt werden.
Günstige Formen können sogenannte Füllstoffe enthalten – billigere Zusätze, die dem Material vor allem hinzugefügt werden, um die Produktionskosten zu senken. Das Problem ist, dass es dann kein reines und stabiles Silikon mehr sein muss, das für die Zubereitung von Kinderessen geeignet ist.
Füllstoffe können:
- die Struktur des Silikons verändern,
- seine Hitzebeständigkeit verringern,
- unangenehmen Geruch verursachen,
- das Risiko der Freisetzung unerwünschter Stoffe beim Erhitzen erhöhen.
Hochwertiger zertifizierter Silikon sollte geruchlos oder kaum riechbar, flexibel, stabil, hitze- und kältebeständig sowie lebensmittelecht sein. Bei Formen, die Sie für Kindersüßigkeiten verwenden, ist das besonders wichtig.
Praktischer Tipp für Mütter: Wenn die Form nach dem Auspacken stark nach Chemie oder Plastik riecht, sollten Sie sie lieber nicht für Kinderessen verwenden.
BPA-frei reicht nicht – worauf Sie beim Kauf einer Form noch achten sollten
Viele Produkte werden als BPA-freie Form präsentiert. Auf den ersten Blick wirkt das sicher, aber bei Silikonformen allein reicht das nicht aus.
BPA, also Bisphenol A, wird am häufigsten mit bestimmten Kunststoffen in Verbindung gebracht. Wenn ein Produkt als BPA-frei gekennzeichnet ist, bedeutet das nur, dass es diese bestimmte Substanz nicht enthalten sollte. Es sagt jedoch nichts über die Gesamtqualität des Silikons, seine Zusammensetzung, Zertifizierung oder darüber aus, ob das Material auf Lebensmittelkontakt getestet wurde.
Beim Kauf einer Form für Kinder achten Sie besonders auf:
- ob angegeben ist, dass es sich um lebensmittelechtes Silikon handelt,
- ob das Produkt tatsächlich getestet wurde,
- ob der Verkäufer Zertifikate vorlegen kann,
- ob die Temperaturbeständigkeit angegeben ist,
- ob die Form für den Ofen, Gefrierschrank, Mikrowelle oder Geschirrspüler geeignet ist,
Bei günstigen Online-Produkten ist das Problem oft, dass die Beschreibungen sehr allgemein sind. Dort finden sich Wörter wie „safe“, „eco“, „food grade“ oder „baby safe“, aber ohne Nachweis. Solche Angaben klingen gut, doch ohne Dokumentation gibt es keine Sicherheit.
Wenn die Form mit warmer Schokolade, Fruchtmischungen, Gelatine oder Teig in Kontakt kommt, möchten Sie sicher sein, dass das Material dafür wirklich geeignet ist.
Praktischer Tipp für Mütter: Wählen Sie die Form nicht nur nach der Bezeichnung BPA-frei aus. Achten Sie auf konkrete Informationen zum Material, zur Temperaturbeständigkeit und zu Zertifikaten.
Welche Zertifikate jede Silikonform haben sollte
Wenn eine Silikonform für Kinder wirklich sicher sein soll, reicht es nicht, sich auf Bezeichnungen wie „BPA-frei“ oder allgemeine Qualitätsangaben zu verlassen. Für Produkte, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, gibt es konkrete europäische Vorschriften und Empfehlungen, die festlegen, was sicher ist.
Für Silikonformen, die zur Zubereitung von Lebensmitteln bestimmt sind, sind folgende Normen am wichtigsten:
-
Verordnung (EG) Nr. 1935/2004
Grundlegende europäische Gesetzgebung für Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Garantiert, dass das Material keine Stoffe freisetzt, die die Gesundheit gefährden oder die Zusammensetzung der Lebensmittel verändern könnten. -
Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 (GMP)
Legt die Regeln für die gute Herstellungspraxis fest. Bedeutet, dass der Hersteller einen kontrollierten Herstellungsprozess und die Qualität der Materialien gewährleisten muss. -
Resolution des Europarats ResAP(2004)5
Spezifische Empfehlung für Silikone, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Definiert Grenzwerte und Anforderungen für die sichere Verwendung von Silikon. -
LFGB (BfR-Empfehlung XV)
Deutscher Standard, der zu den strengsten in Europa gehört. Testet die Migration von Stoffen aus Silikon in Lebensmittel und deren Auswirkungen auf die Gesundheit.
Neben diesen Hauptnormen begegnet man oft auch Bezeichnungen wie REACH und RoHS. Diese sind zwar nicht primär nur für Lebensmittelmaterialien gedacht, ergänzen aber das Gesamtbild der Sicherheit:
- REACH kontrolliert die Verwendung chemischer Stoffe innerhalb der EU und beschränkt gefährliche Substanzen in Produkten.
- RoHS konzentriert sich auf die Begrenzung toxischer Elemente (z. B. Schwermetalle), die in Materialien enthalten sein könnten.
Man muss jedoch zwischen einer schönen Aussage in der Produktbeschreibung und einem echten Dokument unterscheiden. Wenn der Verkäufer „certified“ schreibt, aber keinen Testbericht oder eine Konformitätserklärung vorlegen kann, ist das ein schlechtes Zeichen.
Ein guter Verkäufer sollte erklären können, woraus die Form besteht und welche Tests vorliegen. Bei Produkten für Kinder ist Transparenz sehr wichtig.
Praktischer Tipp für Mütter: Wenn Sie eine Form kaufen, die Sie für Kinderessen verwenden wollen, scheuen Sie sich nicht, den Verkäufer nach Zertifikaten oder Sicherheitsdokumenten zu fragen.

Wie man eine hochwertige Form von einer billigen Kopie unterscheidet
Eine hochwertige Form und eine billige Kopie können auf dem Foto fast gleich aussehen. Den Unterschied erkennt man oft erst, wenn man die Form in der Hand hält oder zu benutzen beginnt.
Qualitativ hochwertige sichere Formen für Kinder haben meist ein festeres, stabileres Material. Sie sind flexibel, aber nicht zu weich. Beim Umgang behalten sie ihre Form, kleben nicht an den Händen und haben keinen unangenehmen chemischen Geruch.
Bei einer billigen Form können Sie Folgendes bemerken:
- starker Kunststoff- oder Chemiegeruch,
- fettige oder klebrige Oberfläche,
- ungleichmäßige Farbe,
- weiße Streifen beim Biegen oder Verdrehen,
- schneller Verschleiß nach wenigen Anwendungen.
Natürlich ersetzt der heimische Blick niemals Labortests. Aber er kann Ihnen helfen, erste Warnsignale zu erkennen. Bei Produkten, die für Kinderessen bestimmt sind, lohnt es sich, vorsichtiger zu sein.
Ein sehr niedriger Preis ist oft auch ein Signal. Er bedeutet nicht immer automatisch ein Problem, aber bei Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, ist es gut, darüber nachzudenken, wo der Hersteller gespart hat. Das Design kann gleich sein, aber die Materialzusammensetzung völlig anders.
Praktischer Tipp für Mütter: Wenn die Form verdächtig weich erscheint, unangenehm riecht oder sich beim Biegen deutlich weiß verfärbt, verwenden Sie sie lieber nicht für Lebensmittel.

Worauf Sie beim Onlinekauf achten sollten
Online einkaufen ist bequem, aber bei Produkten für Kinder ist Vorsicht geboten. Besonders bei sehr günstigen Marktplätzen wissen Sie oft nicht, wer der tatsächliche Hersteller ist, welches Material verwendet wurde und ob das Produkt für den europäischen Markt getestet wurde.
Achten Sie bei der Auswahl besonders auf diese Hinweise:
- das Produkt hat keinen angegebenen konkreten Hersteller,
- die Beschreibung ist allgemein und voller leerer Worte,
- Informationen zu Zertifikaten fehlen,
- Es wird keine Temperaturbeständigkeit angegeben,
- Bewertungen sagen nichts über die Verwendung bei Lebensmitteln oder beim Backen aus.
Bei Formen für hausgemachte Süßigkeiten ist es wichtig zu bedenken, dass das Material mit warmen Massen, Obst, Fett, Gelatine, Schokolade oder Teig in Kontakt kommen kann. Deshalb sollten Sie nicht nur nach Form und Preis kaufen.
Silikontest zu Hause – eine einfache Methode
Es gibt einen einfachen Orientierungstest, den Sie zu Hause durchführen können. Biegen oder verdrehen Sie die Form leicht. Wenn an der Biegestelle deutliche weiße Streifen erscheinen, kann das auf Füllstoffe im Material hinweisen.
Dieser Test ist jedoch kein Laborbeweis. Er kann nicht bestätigen, dass die Form sicher ist, noch ihre genaue Zusammensetzung bestimmen. Er kann nur helfen, verdächtiges Material zu erkennen.
Praktischer Tipp für Mütter: Wenn Sie sich über die Herkunft oder Zusammensetzung der Form nicht sicher sind, verwenden Sie sie nicht zur Zubereitung von Speisen für Kinder – besonders nicht beim Backen oder Erhitzen.
Fazit
Als Mutter geben Sie für Ihr Kind Ihr Bestes. Sie wählen hochwertige Zutaten, lesen die Inhaltsstoffe und bemühen sich, Süßigkeiten zuzubereiten, die sowohl lecker als auch sicher sind. Es wäre schade, wenn gerade die Form der schwache Punkt wäre.
Eine sichere Silikonform für Kinder bedeutet nicht nur eine schöne Form. Es geht um Material, Tests und Vertrauen. Deshalb lohnt es sich, Formen aus zertifiziertem Silikon von einem Verkäufer zu wählen, der weiß, was er verkauft.
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